Hundeshauptstadt-Kolumne: Was ist artgerecht?

"Hundeshauptstadt Berlin" Smiling Berlin Verlag 2013, Auslaufgebiete auf einem Hunde-Stadtplan, Berlin Hund, Berlin mit Hund, Berliner Schnauze, das ausführlichste Hundebuch für die Hundehauptstadt Berlin, Das Hundebuch Berlin für alle Berliner mit Hund! Das Hundebuch enthält Hunde Informationen zum Leben mit Hund in der Hundehauptstadt Berlin, Flirtfaktor Hund, Hund Berlin, Hund Geschenk, Hundeauslaufgebiete Berlin, Hundebesitzer, Hundeblick, Hundebuch, Hundefans, Hundefotos Berlin, Hundefreunde, Hundehauptstadt, Hundekot Berlin, Hundeliebhaber, Hundeperspektive, Hundeplatz Berlin, Hundeshauptstadt, Hundethemen Berlin, Hundewelt Berlin, ideal auch als Geschenk! Hundebuch Berlin, Kollege Hund, Kolumne Hund Berlin, Leben mit Hund, Mit Hund durch Berlin, Portraits, Portraits von Berliner Hundebesitzern und ihren Hunden und zeigt Berlin aus Hundeperspektive. Ein unterhaltsames Hundebuch, Porträts Hundehalter, Stadtführer für die Hundehauptstadt, Stadtführer für Hunde, unterwegs in Berlin, Vier Pfoten, Wirtschaftsfaktor HundEs kursierte im November ein Artikel im Netz, der die Nutzung von Hundekotbeuteln in Frage stellt, weil damit ein „Naturprodukt“, das sich in zwei Wochen zersetzen würde, so für 400 Jahre konserviert wird. Ein interessanter Gedanke, doch flächendeckend Schaufeln in der Stadt zu verteilen oder die Menschen davon zu überzeugen, dass es für die Umwelt besser ist, wenn sich überall Hundekot zersetzt, scheint mir da auch nicht die realistische Alternative. Realistischer gehen das unsere Freunde von Berlin häufchenfrei an. Nach dem Vorbild Wien, die das Problem bereits gelöst haben. Aber ich wollte eigentlich nicht wieder von Scheiße schreiben… 😉

In diesem Kontext kam dann von einem Familienvater mal wieder das Argument von Sinn und Unsinn von Tierhaltung in urbanen Gebieten und dass eine artgerechte Haltung in Metropolen wie Berlin schwierig bis unmöglich. Diese Aussagen sprechen Hunden und auch anderen Lebewesen eine Weiterentwicklung, wie z.B. die des Menschen völlig ab. Alle Hunde stammen vom Wolf ab, doch müssen sie doch heutzutage nicht mehr leben wie Wölfe. Wir leben ja auch nicht mehr in Höhlen wie die Neandertaler, obwohl dies unsere direkten Vorfahren sind. Die Domestizierung vom Wolf fand irgendwann zwischen 15.000 und 100.000 Jahren vor heute statt, die Neandertaler starben vor 30.000 Jahren aus. Zeitlich ist das also durchaus vergleichbar.

  • Aber wieso erwartet der Mensch von Hunden zu leben wie ein Wolf und lebt doch selbst nicht mehr wie ein Neandertaler?
  • Wieso sprechen wir Hunden eine Entwicklung ab und bezeichnen die Haltung wie vor 150 Jahren als artgerecht?
  • Ist der Mensch demnach nicht derjenige, der am wenigsten artgerecht lebt?

Ihm ist es ja noch nicht einmal möglich wie seine direkten Vorfahren (vor 20 Jahren) ohne Strom, Handy oder Computer zu leben. Er jagt nicht mehr sein Essen mit der Lanze, sondern bestellt es per App auf seinem Smartphone. Dabei läuft er zwar gekrümmt, wie ein Neandertaler, auf sein Handy starrend durch die Stadt, aber „artgerecht“ ist das nicht. Hier MITTEN IN DER STADT Kinder großziehen zu wollen, ist absolut nicht artgerecht. Spielkonsolen zu spielen, statt im Wald zu spielen, ist nicht artgerecht. Plastikwindeln zu benutzen, ist nicht artgerecht. Stoffwindeln oder Tücher gingen doch auch. Der Kinderkot zersetzt sich doch viel schneller als eine Windel… 😉

Hunde waren schon immer wichtige Sozialpartner des Menschen und das auch als Schoßhunde. Bereits im Mittelalter 1330 n. Chr. sind Schoßhunde von höher gestellten Damen als Gesellschaftstiere am Kamin, auf der herrschaftlichen Tafel oder im Schlafgemach abgebildet. Heimtierhaltung ist nicht ein neuer Trend, sondern das ist jahrhundertealte Tradition.

Darf der Stadthund sich nicht an sein Umfeld und den Fortschritt seiner Halter anpassen? Natürlich gibt es „übertriebene Vermenschlichung“ bei Hunden. Aber solange es dem Hund nicht schadet oder stört, soll jeder mit seinem Hund leben, wie er am glücklichsten ist. Wenn ein Außerirdischer die Menschen noch als Neandertaler kennt und nun auf unsere Straßen schauen würde, dann würde der die Menschen auch als komplett durchgeknallt einstufen. Rennen in viel zu engen Jeans herum, tragen Schlaufen (Krawatten) ohne Zweck um den Hals, sind sowieso überall unnötig nacktrasiert und müssen sich dann etwas anziehen. Unser heutiges Leben ist weit von funktionalen, artgerechten Verhalten entfernt. Und der Hund darf sich nicht mitverändern? Der Wolf konnte ja noch nicht mal bellen. Forscher vermuten, das hat ihm erst der Mensch beigebracht. Nun kann er mehrere Facetten mit Bellen auch seinen Artgenossen gegenüber ausdrücken. Natürlich muss ein Hund heutzutage in unserer komplizierten Welt „funktionieren“ und ist in seinem Auslauf eingeschränkt. Aber das sind wir doch alle und die Kinder in Städten auch. Kinder sollten genauso wenig auf die vielbefahrene Straße laufen.

Wenn man über artgerechte Haltung spricht und dabei mit „wütenden Vögeln“ in der neuesten Spiele-App auf dem Smartphone grüne runde Gnome abschießt, dann sollte man doch einmal darüber nachdenken, ob man selbst überhaupt noch artgerecht lebt, bzw. was man da eigentlich im menschlichen Hochmut der dominanten Spezies Mensch den anderen Lebewesen an Entwicklung abspricht.

Die Geschichte von Ludwig und Lasse ist auch im Hundebuch Berlin “Hundeshauptstadt Berlin” für 12,95€ versandkostenfrei und aufWunsch mit Widmung vom Autor auf www.buchhandel-berlin.de

 

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